
Besuch bei Dalwhinnie: Schottlands höchste Brennerei
Ein Besuch bei Dalwhinnie, einer der höchstgelegenen und kältesten Brennereien Schottlands, die mitten in den Highlands am Drumochter-Pass den sanft-honigsüßen Highland-Vertreter der Classic Malts brennt.
Auf dem Weg durch die zentralen Highlands, dort wo die A9 den hochgelegenen Drumochter-Pass überquert, liegt das kleine Dorf Dalwhinnie, und mit ihm eine der höchstgelegenen und kältesten Brennereien Schottlands. Schon bei unserer Ankunft an einem grauen Maimorgen war klar: Hier oben, auf über 350 Metern, herrscht ein raues Klima. Genau dieses kühle Hochlandwetter prägt den Charakter des Dalwhinnie wie kaum etwas anderes.
Die „Ebene der Begegnungen"
Der Name Dalwhinnie stammt aus dem Gälischen und wird meist als „Ebene der Begegnungen" übersetzt, eine Anspielung auf die Lage am Knotenpunkt alter Viehtreiber-Routen zwischen den Bergketten. Gegründet wurde die Brennerei 1897, die Produktion begann 1898, zunächst unter dem Namen „Strathspey". Der Start verlief holprig: Schon im ersten Sommer geriet das Unternehmen in finanzielle Schieflage. 1905 wurde Dalwhinnie sogar die erste schottische Brennerei in ausländischem Besitz, als ein US-Konzern sie für gerade einmal 1.250 Pfund übernahm.
Ein Großbrand 1934 zwang die Brennerei zu einer vierjährigen Schließung, ehe sie 1938 wieder öffnete. Heute gehört Dalwhinnie zu Diageo und wird gern als höchste und kälteste arbeitende Destillerie Schottlands präsentiert. Über viele Jahre betrieb die Brennerei sogar eine offizielle Wetterstation, die Mitarbeiter lasen täglich Temperatur und Niederschlag für den Wetterdienst ab.
Kälte, Worm Tubs und Honig
Das raue, kühle Klima ist bei Dalwhinnie kein Nachteil, sondern Teil des Rezepts. Die Brennerei kondensiert ihren Spirit noch in traditionellen Worm Tubs, langen, spiralförmigen Kupferrohren in Wasserbottichen draußen vor dem Gebäude. In der kalten Highland-Luft kühlen diese besonders effektiv und langsam, was dem Destillat seinen vollen, leicht öligen Körper verleiht. Das Ergebnis ist ein sanfter, malziger Whisky mit der für Dalwhinnie typischen Note von Heidekraut-Honig.
Seit 1987 vertritt Dalwhinnie mit seinem 15-Jährigen die Highlands in Diageos Classic Malts of Scotland, gemeinsam mit dem Lowlander Glenkinchie, dem Küsten-Malt Oban und dem rauchigen Talisker von der Insel Skye, die wir alle auf derselben Reise besucht haben. Den honigweichen Klassiker des Hauses haben wir natürlich auch verkostet: Dalwhinnie 15 Jahre.
Besuchstipp
Dalwhinnie liegt direkt an der A9 und ist damit ein idealer Stopp auf dem Weg zwischen Perth und Inverness, oder als Auftakt einer Speyside-Tour. Das Besucherzentrum bietet Führungen samt Tasting an, klassischerweise begleitet von einem Stück Schokolade, das den honigsüßen Charakter des Whiskys wunderbar unterstreicht. Bei dem oft kühlen Wetter wärmt ein Dram hier oben gleich doppelt.
Slàinte mhath aus den Highlands!
Mehr von dieser Brennerei? Alle von uns getesteten Dalwhinnie-Whiskys findest du gebündelt in unserer Übersicht aller Dalwhinnie-Abfüllungen.
Passende Testberichte
Häufig gestellte Fragen
Wo liegt die Dalwhinnie Destillerie?
Dalwhinnie liegt im gleichnamigen Dorf in den zentralen schottischen Highlands, direkt am Drumochter-Pass an der A9 zwischen Perth und Inverness. Die Adresse lautet Dalwhinnie Distillery, Dalwhinnie PH19 1AB.
Ist Dalwhinnie die höchste Brennerei Schottlands?
Dalwhinnie liegt auf rund 350 Metern Höhe und wird von Diageo als höchste und kälteste arbeitende Destillerie Schottlands präsentiert. Gemessen an der reinen Höhe über dem Meeresspiegel zählt sie zu den höchstgelegenen Brennereien des Landes.
Was bedeutet der Name Dalwhinnie?
Der Name stammt aus dem Gälischen und wird meist als „Ebene der Begegnungen" übersetzt. Er verweist auf die Lage am historischen Knotenpunkt alter Viehtreiber-Routen zwischen den Highland-Bergketten.
Was macht den Geschmack von Dalwhinnie aus?
Dalwhinnie ist bekannt für seinen sanften, malzigen Charakter mit einer ausgeprägten Note von Heidekraut-Honig. Verantwortlich dafür sind unter anderem die traditionellen Worm-Tub-Kondensatoren und das kühle Highland-Klima, die für ein besonders vollmundiges Destillat sorgen.
Gehört Dalwhinnie zu den Classic Malts?
Ja, Dalwhinnie vertritt seit 1987 mit seinem 15-jährigen Single Malt die Highlands in Diageos Classic Malts of Scotland, neben Glenkinchie (Lowlands), Oban (Westküste) und Talisker (Insel Skye).
