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Littlemill (1991/2016) - Gordon & Company

Littlemill (1991/2016) - Gordon & Company

Ein Littlemill aus dem Januar 1991, 25 Jahre in Fass Nr. 113 gereift und im Juni 2016 von Gordon & Company in der Reihe The Pearls of Scotland mit kräftigen 52,8% abgefüllt, limitiert auf gerade einmal 248 Flaschen. Eine geschlossene Brennerei, ein einzelnes Fass, ein Vierteljahrhundert Geduld. Was hier ins Glas kommt, ist florale Lowland-Kunst mit einer krautigen Seele und mehr Power, als man einem Littlemill zutrauen würde.

Verkostung

Nase

Blumig und pflanzlich, als würde man in ein feucht-warmes Gewächshaus treten. Rhabarber und Erdbeeren eröffnen, begleitet von schwarzem Pfeffer und einer trockenen Würze. Dahinter lauert ein Korb gelber Früchte, Aprikosen vor allem, die sich nie ganz in den Vordergrund drängen, sondern leise im Hintergrund bleiben. Getrocknetes Gras und Heuwiese, grüner Tee und ein ganz leichter Sommerhonig. Typische Littlemill-Marker, die sofort erkennbar sind. Gut, ausgeglichen, fast frisch.

Gaumen

Kraftvoll und fruchtig. Hier machen die gelben Früchte endlich den Schritt nach vorne. Ölig, schmelzend, kandiert und sirupartig. Reife Honigmelone, Rhabarber und Stachelbeere. Malzige Süße und ein Anflug von Shortbread. Doch die Pflanze bleibt ihm treu, ein bunter Strauß Küchenkräuter mit Estragon und viel Pfefferminze. Kräftige Schärfe, Pfeffer und Eiche bringen Power. Saftiger Blütenstiel und eine fast greifbare Frische.

Abgang

Extrem lang und trocken. Viel Pfeffer, Pfefferminztee und Menthol. Die Minze steigt regelrecht in die Nasenlöcher. Etwas Zimt und grünes Holz auf der Zunge. Die pflanzliche Seite übernimmt komplett und zieht sich ewig hin. Vielschichtig und mit einer Eichenpower, die nach 25 Jahren genau richtig dosiert ist.

Gedanken

Marcel

Marcel 89/100 - (Ausgezeichnet)

Die Eiche bringt hier einiges mit, nicht plump, sondern vielschichtig. Die krautig-pflanzliche Seite ist dominant und wird nicht jeden abholen, aber genau das macht diesen Littlemill so spannend. Wer blumige Lowlander mit Charakter sucht, wird hier fündig.

Sascha

Sascha 88/100 - (Ausgezeichnet)

Typischer Littlemill-Charakter mit den erwarteten Markern: floral, pflanzlich, fast frisch. Die gelben Früchte, die in der Nase noch zurückhaltend lauern, explodieren am Gaumen regelrecht. Ölig, kandiert, wunderbar. Kann im Vergleich zu den Früchten etwas zu krautig sein, aber das ist Geschmackssache. Ein feines Stück aus einer Brennerei, die es leider nicht mehr gibt.

Preis-Leistung: 0/5 (Keine Bewertung)

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Häufig gestellte Fragen

Warum ist Littlemill-Whisky so selten?

Die Littlemill-Brennerei in Bowling, West Dunbartonshire, wurde 1996 geschlossen und 2004 durch ein Feuer weitgehend zerstört. Die verbliebenen Restbestände werden seither von unabhängigen Abfüllern wie Gordon & Company in kleinen Auflagen veröffentlicht. Mit nur 248 Flaschen aus Fass Nr. 113 gehört diese Abfüllung zu den selteneren Exemplaren.

Was ist 'The Pearls of Scotland'?

The Pearls of Scotland ist eine Abfüllungsreihe des unabhängigen Abfüllers Gordon & Company. Die Serie konzentriert sich auf sorgfältig ausgewählte Einzelfass-Abfüllungen aus verschiedenen schottischen Brennereien und ist bei Sammlern für ihre konsistente Qualität und die oft ungewöhnlichen Brennereiauswahlen bekannt.

Was ist typisch für den Littlemill-Charakter?

Littlemill ist bekannt für seinen floralen, pflanzlichen und oft krautigen Charakter, ein klassischer Lowland-Stil mit eigenem Twist. Typische Marker sind Rhabarber, Pfefferminze, grüner Tee und gelbe Früchte. Die Brennerei arbeitete zeitweise mit dreifacher Destillation, was zum leichten, eleganten Grundcharakter beitrug.