St. Kilian ex Sherry Oloroso Single Cask – Ultra Heavily Peated 2017/2024

08.07.2025 🇩🇬 To the english Review
Was die Brennerei mit diesem Ultra Heavily Peated Single Cask aus einem ex Sherry Oloroso Fass abliefert, ist ein Statement: Deutschland kann auch Extrem-Whisky! Nach 6 Jahren Reifung (2017-2024) in einem großvolumigen amerikanischen Eichenfass, das zuvor Oloroso Sherry beherbergte, ist hier ein Monster entstanden.
Bevor wir loslegen, ein ernstgemeinter Hinweis: Dieser Whisky ist nichts für Einsteiger! Mit 135 ppm (Parts per Million) Phenolgehalt und 58,90% Vol. ist das ein Whisky, der selbst erfahrene Peat-Liebhaber ins Schwitzen bringt. Zum Vergleich: Ein Ardbeg Corryvreckan hat etwa 50 ppm, ein Lagavulin 16 Jahre rund 35 ppm. Wir reden hier also über das Dreifache eines ohnehin schon rauchigen Whiskys!
St. Kilian ex Sherry Oloroso Single Cask – Ultra Heavily Peated 2017/2024
St. Kilian ex Sherry Oloroso Single Cask – Ultra Heavily Peated 2017/2024
Single Malt | 6 Jahre | 58,90 % Vol. | 199,80 €/l | Brennerei: St. Kilian | hergestellt in Deutschland

Riechen

Überraschenderweise ist die Nase fast verhalten – wie ein schlafender Drache. Der erste Eindruck ist speckig und wärmend, gefolgt von intensiven Kakao- und Zartbitter-Noten. Ein Hauch von Waldbeere schmuggelt sich dezent hinein, aber Vorsicht: Das ist die Ruhe vor dem Sturm!

Schmecken

Und dann explodiert alles! Volumen non stop – dieser Whisky kennt keine Pausen. Mokka trifft auf malzige Süße, während schwarzer Pfeffer die Geschmacksnerven attackiert. Die ölige Textur umhüllt den Gaumen wie Lava, und das verbrannte Aroma erinnert daran, dass hier wirklich 135 ppm Phenole am Werk sind.
Das ist kein Whisky zum nebenbei trinken – das ist ein Ereignis!

Abgang

Der Abgang ist erdig und dreckig – im allerbesten Sinne! Verkohltes Holz dominiert, begleitet von einer leichten Süße und einer guten Portion Eiche. Das Sherry-Fass meldet sich hier subtil zurück und sorgt für etwas Ausgleich zu der rauchigen Intensität.

Gedanken

Der St. Kilian ex Sherry Oloroso Ultra Heavily Peated ist ein Whisky, der definitiv Mut beweist. "Muss man mögen."
Übrigens: Vom Oloroso bleibt wenig übrig – er gibt lediglich eine leichte Wärme und etwas strukturelle Komplexität. Das Sherry-Fass fungiert hier eher als Moderator denn als Hauptakteur. Es ist, als würde man versuchen, ein Lagerfeuer mit einem Samthandschuh zu beruhigen – nett gemeint, aber der Rauch dominiert trotzdem.
Die Kombination funktioniert dennoch: Das Oloroso-Fass sorgt für die nötige Balance, damit dieser Whisky nicht komplett ins Extrem abdriftet. Gut kombiniert gegen den Rauch – eine diplomatische Lösung zwischen Feuer und Finesse.

Bewertung: 82/100 - Ausgezeichnet (Marcel: 80 | Sascha: 84)

Preis-Leistung: 2/5 - Teuer

Vorschaubild Quelle: Whiskybase

FAQ: Die häufigsten Fragen

❓ Kann ich als Whisky-Einsteiger diesen Whisky probieren?

👉 Dieser Whisky ist wie der Versuch, als Fahranfänger direkt einen Formel-1-Wagen zu fahren. Mit 135 ppm Phenolgehalt und 58,90% Vol. ist das ein Extremprodukt für sehr erfahrene Whisky-Trinker.

❓ Warum schmeckt man das Sherry-Fass so wenig?

👉 Das liegt an der extremen Rauchintensität. Bei 135 ppm Phenolgehalt wird selbst ein kräftiges Oloroso-Fass übertönt. Das Sherry-Fass sorgt für strukturelle Komplexität und etwas Süße, steht aber nicht im Vordergrund.

❓ Wie sollte ich diesen Whisky am besten trinken?

👉 Pur, bei Raumtemperatur, in einem Glencairn-Glas und mit viel Zeit. Viele erfahrene Whisky-Trinker verdünnen ihn mit wenigen Tropfen Wasser, um die Intensität zu reduzieren und mehr Aromen freizusetzen.

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