Royal Brackla 2009/2021 11 Jahre - van Wees
Nach 11 Jahren Reifung in schottischen Lagerhäusern präsentiert sich dieser Royal Brackla mit 46% Vol. – eine Stärke, die verspricht, sowohl die royalen Aromen zu entfalten als auch für uns Normalsterbliche trinkbar zu bleiben.
Verkostung
Nase
Vanillequark schwebt elegant aus dem Glas, begleitet von malzigen Grundnoten, die sofort Gemütlichkeit verbreiten. Es ist, als würde man durch die Küche eines Schlosses wandeln, wo gerade frisches Weißbrot gebacken wird – leicht hefig, warm und einladend. Aber Royal Brackla wäre nicht königlich, wenn es nicht auch etwas Besonderes hätte: Florale Noten tanzen durch die Luft wie Blütenblätter im Schlosspark, während getreidige Komponenten für die solide Basis sorgen. Aprikosen-Aromen schleichen sich dezent dazu – süß, saftig und verlockend. Das Highlight? Sandelholz-Noten, die dem Ganzen eine fast exotische Eleganz verleihen, gefolgt von cremigen Marshmallows, die jeden Kindheitstraum wecken. Abgerundet wird dieses olfaktorische Schauspiel von dezent nussigen Tönen – sophisticated, aber nie aufdringlich.
Gaumen
Der erste Schluck startet wie ein Märchen: süß und cremig umschmeichelt der Royal Brackla die Zunge, als würde einem der königliche Koch persönlich den besten Nachtisch kredenzen. Man denkt: "Ach, das wird ein entspannter Abend!" Doch dann – Wendung! Plötzlich meldet sich eine bittere Holznote zu Wort, als hätte der Hofnarr unangekündigt den Saal betreten. Diese Bitterkeit ist nicht unbedingt unangenehm, aber definitiv überraschend. Es ist, als würde der König plötzlich seine ernste Seite zeigen. Leicht seifige Noten gesellen sich dazu (vermutlich das Ergebnis einer sehr sauberen Destillation), während Haferschleim-Texturen für ein vollmundiges Gefühl sorgen. Eine dezente Lakritz-Idee schwebt im Hintergrund – nicht dominant, aber präsent genug, um das Geschmacksprofil zu komplettieren.
Abgang
Das Finale ist eine Mischung aus Nostalgie und Realität. Vanille kehrt zurück wie ein alter Freund, begleitet von Hefeteig-Noten, die an sonntagmorgens beim Bäcker erinnern. Überraschenderweise gesellen sich Gummibärchen-Aromen dazu – wer hätte gedacht, dass Majestät eine süße Schwäche hat?
Gedanken
Marcel 72/100
Royal Brackla 2009/2021 ist ein Whisky mit Herz – die süßen Vanillenoten und die warme Malzigkeit laden zum Träumen ein, auch wenn die überraschende Bitterkeit manchen Ausreißer darstellt. Für alle, die gerne eine kleine königliche Überraschung im Glas haben, ein charmanter Begleiter mit Charakter.
Sascha 74/100
In Sachen Balance überzeugt der Royal Brackla 2009/2021 durch eine klare Struktur und feine florale Nuancen, doch die plötzliche Bitterkeit im Abgang wirkt etwas störend und reißt die Harmonie ein. Ein solider Highland-Whisky mit gutem Potenzial, der allerdings in der Komplexität noch Luft nach oben lässt.
Preis-Leistung: Angemessen
Entdecke unsere Preis-LeistungssiegerHäufig gestellte Fragen
Wie beeinflusst die 11-jährige Reifung den Geschmack des Royal Brackla 2009/2021?
Die 11-jährige Reifung verleiht dem Royal Brackla eine ausgewogene Kombination aus süßen Vanille- und Malznoten sowie komplexen Aromen wie Sandelholz und floralen Nuancen. Gleichzeitig sorgt die Reifezeit für eine dezente Holzbitterkeit, die dem Whisky Tiefe und Charakter verleiht.
Was bedeutet die Abfüllung durch den unabhängigen Abfüller van Wees für diesen Whisky?
Van Wees ist ein unabhängiger Abfüller, der Whiskys aus verschiedenen Brennereien selektiv kauft und abfüllt. Dadurch kann der Royal Brackla 2009/2021 besondere Charakteristika hervorheben, die bei Standardabfüllungen der Brennerei weniger betont werden, etwa durch einen unverfälschten und intensiven Geschmack bei 46% Vol.
Welche Geschmacksnoten machen diesen Royal Brackla besonders im Vergleich zu anderen Highland-Whiskys?
Der Royal Brackla 2009/2021 zeichnet sich durch eine ungewöhnliche Kombination aus cremiger Süße, floralen und fruchtigen Aprikosenaromen sowie einer überraschenden bitteren Holznote aus. Ergänzt werden diese durch sandelholzartige Eleganz, nussige Töne und eine dezente Lakritz-Note, die ihn von anderen Highland-Whiskys abhebt.